München. Bahnkunden in Unterfranken dürfen sich auf Verbesserungen im Bahnland Bayern freuen. Am 12. Dezember 2010 tritt der Jahresfahrplan 2011 in Kraft, der den Fahrgästen eine ganze Reihe von Neuerungen bieten wird. Möglich werden die Verbesserungen durch Bestellungen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Nahverkehr im Auftrag des Freistaats Bayern plant, finanziert und kontrolliert.
Start der zweiten Betriebsstufe Mainfrankenbahn
2007 vergab die BEG den Auftrag für den Betrieb des „E-Netzes Würzburg“ an DB Regio. Im vergangenen Jahr ging die erste Stufe des Wettbewerbsprojekts mit dem Titel Mainfrankenbahn in Betrieb. Zum Fahrplanwechsel startet jetzt die zweite Betriebsstufe des Ausschreibungsprojekts. „Die Region Würzburg profitiert von neuen, modernen Fahrzeugen und besseren Verbindungen am Abend, in der Hauptverkehrszeit und am Wochenende“, so Fritz Czeschka, Geschäftsführer der BEG. Ab 12. Dezember werden die Regionalbahn-Verbindungen auf den Strecken Würzburg – Schweinfurt – Bamberg, Würzburg – Gemünden – Schlüchtern und Würzburg – Ansbach – Treuchtlingen weitgehend auf die neuen Niederflur-Triebzüge umgestellt. Die modernen und klimatisierten Triebzüge des Typs Coradia Continental (ET 440) sind beschleunigungsstark und bieten den Fahrgästen hohen Fahrkomfort sowie eine helle, behindertenfreundliche Innenraumgestaltung. In Zukunft werden Berufspendler und Reisende in den Hauptverkehrszeiten von Montag bis Freitag noch schneller an ihr Ziel kommen. Im engeren Einzugsbereich Würzburgs fährt die Mainfrankenbahn bis Schweinfurt Stadt, Gemünden, Kitzingen und dank des neuen Wendegleises auch bis Marktbreit ab sofort im 30-Minuten-Rhythmus. Außerdem kommen neue Frühverbindungen auf den Strecken Lohr – Würzburg und Würzburg – Schweinfurt hinzu. Um komfortabler in die Innenstadt Schweinfurts und zu den dortigen Einkaufsmöglichkeiten zu gelangen, wird die Regionalbahn-Strecke bis zum Halt Schweinfurt-Mitte verlängert. Auf Bestellung der BEG werden Taktlücken am späten Abend – etwa zwischen Würzburg und Nürnberg – geschlossen, so dass die Fahrgäste ab sofort bis Mitternacht von einem Stundentakt profitieren. Neu im Fahrplan ist ab 12. Dezember auch der tägliche Stundentakt auf der Strecke Jossa – Gemünden (Main).
Frankenbahn: Verbessertes Angebot Würzburg – Lauda – Stuttgart
Auf der Frankenbahn (Würzburg – Lauda – Stuttgart) verdichtet die BEG zum Start des neuen Fahrplanjahrs den Regionalexpressverkehr Würzburg – Lauda – Heilbronn – Stuttgart: Die Regionalexpresszüge zwischen Stuttgart und Würzburg verkehren dann täglich ab 15 Uhr in beiden Richtungen im Stundentakt, an Freitagen und Sonntagen bereits ab 14 Uhr. Zudem profitiert der Vorortverkehr zwischen Lauda und Würzburg werktags (Mo – Fr) von einer neuen Regionalbahn-Verbindung, die in Lauda um 6:31 Uhr startet und alle Halte bis Würzburg bedient (Ankunft 7:18 Uhr). Der bisher an allen bayerischen Bahnhöfen haltende Regionalexpress Stuttgart – Würzburg kann zeitgleich beschleunigt werden, hält aber weiterhin in Kirchheim (Ufr.) und Würzburg-Süd. Mit einer Regionalbahn von Würzburg Hbf um 7:33 Uhr nach Bad Mergentheim (8:31 Uhr) schließt die BEG gleichzeitig in Richtung Lauda eine Angebotslücke.
Neuer Haltepunkt Reichenberg
Zum Fahrplanwechsel wird zwischen Würzburg und Lauda der neue Haltepunkt Reichenberg (Ufr.) in Betrieb genommen. Die Station in zentraler Ortslage ist durch eine neue Fußgängerbrücke angebunden, die die Ortsteile beiderseits der Bahnstrecke verbindet. In Reichenberg werden
ab sofort alle Regionalbahnen halten. Damit bestehen montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit stündliche, sonst zweistündliche umsteigefreie Verbindungen, z. B. nach Würzburg mit einer Reisezeit von etwa 10 Minuten und Anschluss an den ICE- und Regionalverkehr in viele Richtungen und nach Lauda (– Crailsheim) mit einer Reisezeit von knapp 40 Minuten und Anschlüssen u. a. nach Tauberbischofsheim – Wertheim – Miltenberg und Bad Mergentheim – Weikersheim – Crailsheim.
ab sofort alle Regionalbahnen halten. Damit bestehen montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit stündliche, sonst zweistündliche umsteigefreie Verbindungen, z. B. nach Würzburg mit einer Reisezeit von etwa 10 Minuten und Anschluss an den ICE- und Regionalverkehr in viele Richtungen und nach Lauda (– Crailsheim) mit einer Reisezeit von knapp 40 Minuten und Anschlüssen u. a. nach Tauberbischofsheim – Wertheim – Miltenberg und Bad Mergentheim – Weikersheim – Crailsheim.
Erhalt der Fernverkehrsanschlussverbindung für Bundeswehr-angehörige an Sonntagabenden zum Standort Hammelburg: BEG finanziert Direktverbindung Würzburg – Gemünden – Hammelburg
Im Sommer 2010 teilte DB Fernverkehr der BEG mit, die für den Bundeswehr-Rückreiseverkehr zum Standort Hammelburg wichtige IC-Verbindung an Sonntagabenden von Stralsund – Berlin nach Würzburg mit Halt in Gemünden (Main) ersatzlos zu streichen. Dies hätte eine erhebliche Verschlechterung der Erreichbarkeit Hammelburgs aus Richtung Norddeutschland mit längeren Fahrzeiten und zusätzlichen Umstiegen bedeutet. Die Erfurter Bahn und die BEG erarbeiteten kurzfristig eine attraktive Ersatzlösung, die neu auch für das Einzugsgebiet aus Richtung Süden und Westen interessant ist: Ab 12. Dezember startet der speziell für den Bundeswehr-Rückreiseverkehr an Sonntagen bestellte Zug der Erfurter Bahn neu ab Würzburg Hbf um 22:40 Uhr mit Halten in Karlstadt (ab 22:55 Uhr) und Gemünden (ab 23:11 Uhr) nach Hammelburg (an 23:36 Uhr). In Würzburg Hbf bestehen günstige Anschlüsse von den ICE-Zügen aus Hamburg/Bremen (Ankunft 22:27 Uhr), München (Ankunft 22:35 Uhr) sowie den Regionalzügen aus Nürnberg – Kitzingen und Treuchtlingen – Ansbach. In Gemünden (Main) kann zusätzlich aus dem Regionalexpress aus Frankfurt (Main) – Aschaffenburg in die Erfurter Bahn nach Hammelburg umgestiegen werden.
Reaktivierung Burgbernheim-Wildbad
Der Halt Burgbernheim-Wildbad auf der Strecke Würzburg – Ansbach – Treuchtlingen wird reaktiviert. Hier entstehen täglich stündliche umsteigefreie Verbindungen in Richtung Ansbach – Treuchtlingen und nach Würzburg. Der bislang in Steinach erforderliche Umstieg von/zu den
Regionalbahnen aus Neustadt (Aisch) wird mit Fahrplanwechsel überflüssig.
Regionalbahnen aus Neustadt (Aisch) wird mit Fahrplanwechsel überflüssig.


